Was sind Eltern- und Angehörigenkreise?

  • Eltern- und Angehörigenkreise (im Folgenden zumeist Elternkreis genannt) sind Selbsthilfe-Gruppen, in denen sich Eltern und Angehörige gegenseitig informieren, einander zuhören, Wege zu Lösungen suchen und sich unterstützen.
  • Die Selbsthilfe, also die Sorge für sich selbst, die Erkenntnis „Ich muss etwas für mich selbst tun“ und die eigene Lebensqualität stehen im Mittelpunkt.
  • Mütter, Väter und nahestehende Verwandte von suchtgefährdeten und suchtkranken Menschen finden sich in den Elternkreisen zusammen: "Eltern helfen Eltern".
  • Die Teilnahme an den Gruppentreffen ist freiwillig und kostenfrei. Sie werden in Form von Präsenz- oder Online-Treffen oder auch in gemischter Form („Hybrid“) angeboten und finden in regelmäßigen Abständen statt.
  • Die Gespräche in den Elternkreisen basieren auf den Erfahrungen, die alle von der Suchterkrankung des Kindes betroffenen Eltern als „Experten in eigener Sache“ in die Gruppe einbringen. 
Stuhlkreis

Was tun Elternkreise?


Eltern helfen Eltern

Die Mitglieder der Elternkreise helfen sich gegenseitig durch Austausch von Erfahrungen und Informationen, die eigene Ratlosigkeit und die Ängste zu überwinden. Eltern und Angehörige von Suchtkranken sind nicht mehr isoliert, sie finden Wärme und Verständnis und geben sich Kraft und Halt. Sie lernen in der Selbsthilfegemeinschaft, was Sucht bedeutet und wie man mit suchtkranken Menschen umgeht.


Etwas für sich selbst tun

Die Mitglieder der Elternkreise stärken sich gegenseitig und helfen bei der Befreiung von Schuld- und Schamgefühlen, so dass sie mehr Mut und Energie für ihr eigenes Leben entwickeln können.


Zuhören und Mitreden

Elternkreise bieten die Basis für offene Gespräche.


Selbstverständlicher Verhaltenskodex

Die Mitglieder der Elternkreise geben keine Informationen über die teilnehmenden Personen und Familien und keine Informationen über die Gespräche in den Eltern- und Angehörigenkreisen weiter.


Selbstverständnis

  • Wir bemühen uns, einander einfühlsam zu begegnen und den Blick dabei auf die eigene Befindlichkeit zu richten.
  • Wir wollen nicht in der Ursachensuche verharren, sondern aktiv das Heute gestalten.
  • Wir sehen ein, dass wir nur uns selbst ändern können, eigene Veränderung hat Rückwirkungen auch auf andere.
  • Wir ersetzen Sucht erhaltende Verhaltensweisen (Co-Abhängigkeit) durch liebevolle Konsequenz.
  • Wir erkennen und wissen, dass Sucht eine Erkrankung ist.
  • Wir stehen zu unseren an Sucht erkrankten Angehörigen und helfen, soweit sie und wir selbst es zulassen.
  • Bei einer Suchterkrankung machen wir keinen Unterschied zwischen weichen und harten, legalen und illegalen Suchtmitteln.

Neue Selbsthilfegruppe gründen:

Scheuen Sie sich nicht

In Ihrem regionalen oder städtischen Bereich möchten Sie gerne einen neuen Eltern- oder Angehörigenkreis gründen.

  • Sprechen Sie hierzu die in allen Städten und/oder Landkreisen vorhandene Kontakt- und Informationsstelle (K.I.S.S.) an: Dort erhalten Sie Hilfe zur Gründung, Unterstützung zur Findung eines Raumes als Treffpunkt sowie Beratung zu eventuell möglichen finanziellen Hilfen und Förderungen.
  • Sehr gerne können Sie auch uns, den BVEK als Bundesverband der Elternkreise, ansprechen: Wir stellen Ihnen gerne kostenfrei speziell von uns erstellte und zusammengestellte Unterlagen als "Starterpaket" zur Verfügung und beraten Sie zur Umsetzung des Gründungs-Vorhabens.