Warnhinweise

Wissen Sie, ob Ihr Kind Drogen nimmt oder von anderen Suchtmittel abhängig ist ?
Es gibt zahlreiche Merkmale, die auf Drogen bzw. mögliche Suchtgefahren hinweisen können. Treffen aus der unteren Liste viele Merkmale zu, sollten Sie sich am besten an einen Elternkreis in Ihrer Nähe wenden. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass es Eltern und Angehörige alleine nicht schaffen, ihre Situation zu verbessern.

Mögliche Merkmale

  • Plötzliches "Schulschwänzen"
  • Extremes Absacken der Zensuren
  • Das Kind muss ständig nach Draußen - unterwegs sein
  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Heimlichkeiten - ständiges leises Telefonieren
  • Vernachlässigung des alten Freundeskreises
  • Neuer „Freundeskreis“
  • Ständiger Geldmangel
  • Innere, auffällige Unruhe und Fahrigkeit
  • Sehr großes Desinteresse an der Familie und am Familiengeschehen
  • Gereizte Reaktion auf normale Alltäglichkeiten
  • Aggressivität
  • Diebstahl - teure Gegenstände verschwinden
  • Gegenstände (Rekorder, Anlagen, Fernseher etc.) werden versetzt
  • Vernachlässigung von wichtigen Behördengängen
  • Keine Zuverlässigkeit
  • Versprechen viel, halten nichts ein
  • Körperliche Verwahrlosung
  • Gewichtsabnahme
  • Anderes Essverhalten

Tipps, die Ihr Leben mit dem Suchtproblem erleichtern können

Erkenntnisse, die von Eltern und Angehörigen suchtkranker Jugendlicher zusammengestellt wurden

  • Der Gedanke, suchtkranke Menschen zur Abstinenz überreden zu können, ist zwecklos. Suchtkranke leben in ihrer eigenen Welt: Niemand kann zur Veränderung gezwungen werden.
  • Diskussionen mit Suchtkranken zum Thema Sucht und Drogen ergeben keine brauchbaren Lösungen: Die Gefahr, in einen unnötigen Streit zu geraten, ist groß und bringt Sie nicht weiter.
  • Kontrollieren Sie den Suchtkranken oder die an Sucht Erkrankte nicht, indem Sie nach den Suchtmitteln oder Drogen suchen. Die Vorgehensweise erzeugt bei Ihnen nur negative Gedanken, die Sie unnötig beunruhigen und für die Suchtkranke oder den Suchtkranken kann es einen Vertrauensbruch bedeuten.
  • Auch jegliche Art von Schuldgefühlen bringen Sie nicht weiter. Ebenso ist es mit der Suche nach den vermeintlichen Schuldigen zur Suchterkrankung Ihres Kindes oder Ihres Angehörigen: Befreien Sie sich davon – es gibt hierzu keine relevanten Antworten.
  • Erstrebenswert ist, dass die nahestehenden Familienmitglieder des oder der Suchtkranken ein möglichst einheitliches und konsequentes Verhalten gegenüber dem oder der Betroffenen zeigen. Vermeiden Sie alle Rechtfertigungen für Ihr Verhalten gegenüber dem oder der Suchtkranken – Diskussionen hierzu werden nicht zielführend sein.
  • Die zur Bewältigung des eigenen Lebens notwendigen Aufgaben und Erledigungen muss der oder die an Sucht Erkrankte selbst in die Hand nehmen. Vermeiden Sie die Übernahme dieser Aufgaben und geben Sie dem oder der Betroffenen möglichst viel eigene Verantwortung zurück.
  • Vermeiden Sie die finanzielle Unterstützung der Sucht. Auch die Überrnahme von Dienstleistungen, wie beispielsweise Botengänge zu Ämtern oder Fahrbereitschaften sollten Sie unterlassen – mit diesen Tätigkeiten und Leistungen erweitern und verlängern Sie Ihr eigenes Leiden und Ihren persönlichen Kummer.       
  • Tun und sorgen Sie mehr für sich selbst: Stellen Sie die eigenen Wünsche und Interessen sowie die übrige Familie in Ihren eigenen Lebens-Mittelpunkt.
  • Auch im Beisein der oder des an Sucht erkrankten Familienmitgliedes sollten Sie über die eigenen Wünsche oder auch über positive und negative Erlebnisse und Gefühle sprechen – der oder die Betroffene erhält somit auch ein Bild von Ihnen und Ihren gewünschten Perspektiven.
  • Hoffnung, Geduld sowie Mut und Gelassenheit sind wichtige Lebenspunkte, die Sie bewahren und nicht aus den Augen verlieren dürfen – Ihr eigenes Leben sowie Ihre persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse stehen im absoluten Mittelpunkt.